Regenerative Zukunft

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Total übertrieben!?

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„Es gibt gar keinen Klimawandel“ - Na und?!

In all meinen Artikeln habe ich mich bisher um Sachlichkeit bemüht. Nun möchte ich zu dem kritischen Thema Klimawandel einmal meine eigene Meinung kundtun.  Über Diskussionen über das Kontaktformular wäre ich sehr erfreut!

Da die Ursachen des Klimawandels äußerst komplex sind und dessen vollständige Auswirkung daher schwierig zu quantifizieren, gibt natürlich Anhaltspunkte um ihn komplett oder zumindest das menschliche Handeln als Ursache zu leugnen. Wie in den auf der Seite vorgestellten Artikeln diskutiert, zeigen bisherige wissenschaftliche Untersuchungen jedoch eine starke Korrelation zwischen durch menschliches Verhalten emittierten Treibhausgasen und dem Anstieg der globalen Temperaturen.
Klimawandelskeptiker und -leugner nutzen die Komplexität der Thematik und zeigen Grenzen der Argumentationsketten auf. Dabei werden jedoch oft auch wichtige Zusammenhänge unterschlagen. Ich habe mich seit längerer Zeit über die Argumente der Klimaskeptiker informiert und dabei viel im Netz recherchiert. Das ernüchternde Ergebnis: Nahezu alle Klimaskeptiker sind in der konventionellen Energiewirtschaft oder Industrie tätig. Sie befürchten tiefgreifende Änderung bestehender Systeme wie das der zentralen Energieversorgung oder gar des liberalen Wirtschaftssystems. Folglich reden Sie den Klimawandel klein und sagen "Solange wir nicht 100% sicher sein können, dass es den Klimawandel gibt und wir Menschen dafür verantwortlich sind, sollten wir abwarten und nicht in Panik verfallen". Das Dilemma daran ist, dass man den anthropogenen Klimawandel natürlich nicht komplett beweisen kann und dass jedes Jahr, dass wir weiter zögern die Folgen der Erderwärmung verschlimmert – sollte es den Klimawandel geben. An dieser Stelle entgegne ich den Klimaskeptikern gern mit dem Argument der endlichen Ressourcen: Nehmen wir an es gibt gar keinen Klimawandel bzw. das menschliche Verhalten ist nicht daran Schuld. Sollten wir dann einfach so weiter machen wie bisher und das für unser Wirtschaftssystem notwendige Wachstum und den daran gekoppelten steigenden Energieverbrauch akzeptieren? Das Problem daran: Es gibt starke Hinweise, dass schon jetzt der Höhepunkt der konventionellen Ölförderung überschritten ist. Steigt die Nachfrage nach Erdöl weiterhin und kann die Förderung nicht schnell genug gesteigert werden, führt dies zu stark ansteigenden Ölpreisen. Da jedoch alle Industrieländer vom Erdöl abhängig sind, würde dies katastrophale Folgen haben. Die Erde verfügt nur über endliche Ressourcen und wir sind schon jetzt in vielen Bereichen über deren nachhaltigen Nutzung. Beispiele sind hier die Überfischung der Meere, Abholzung des Regenwaldes für Nahrungs- und Futtermittel, Zerstörung anderer sensibler Ökosysteme und dem schnellen Verbrauch der fossilen Rohstoffe. Wir haben nur endliche Ressourcen auf dem Planeten Erde und streben nach immer weiter währenden Wirtschaftswachstum! Daher lautet meine Gegenfrage an die Klimaskeptiker: Was ist denn generell falsch daran schon jetzt möglichst viel Energie einzusparen, ausschließlich energieeffiziente Geräte zu entwickeln und die Nutzung erneuerbarer Energien voran zu treiben? Letztere werden in naher Zukunft auf jeden Fall kostengünstiger als die fossile Energiebereitstellung werden, da deren Lagerstätten immer schwerer zugänglich werden und die Kosten somit ansteigen. Sollten wir wirklich abwarten bis die Kosten explodieren, sind die ökonomischen Folgen für die Länder fatal. Aus diesem Grund lautet meine Einstellung: Wenn wir jetzt anfangen energieeffizienter zu leben und unseren Konsum einschränken, wäre der Gesellschaft insgesamt schon sehr viel geholfen - Klimawandel hin oder her. Wir würden die endlichen Ressourcen der Erde berücksichtigen und nicht so tun als würden diese mit unserer Wirtschaft mit wachsen. Diese Einstellung trifft bei Verfechtern unseres bisherigen Wirtschaftssystems natürlich auf wenig Verständnis. Kollidiert doch gerade eine Einschränkung des Konsums (zumindest auf den ersten Blick) mit dem Wunsch nach andauerndem wirtschaftlichen Wachstum.

 


 

erstellt im April 2012 von Christoph Schünemann

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. April 2012 um 13:48 Uhr  

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