Regenerative Zukunft

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Kleinsolarthermieanlagen

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...wandeln das direkte und indirekte Sonnenlicht in Wärme um, die vorwiegend zur Warmwasserbereitstellung aber auch zum Heizen von Gebäuden genutzt wird. Diese Umwandlung findet in Flach- oder Vakuumsolarkollektoren statt. Im Gegensatz zur konzentrierten Solarthermie (CSP) bei der in größeren Anlagen oder sogar Kraftwerken aus der gewonnenen Wärme Strom erzeugt wird, ist der Zweck von Kleinsolarthermieanlagen die direkte Wärmenutzung vor Ort. Im Folgenden wird die Verwendung, Entwicklung, die technischen Details, Wirtschaftlichkeit und Umwelteinflüsse der flachen Solarthermie ausführlich diskutiert. Allgemein ist die Solarthermie nicht mit der Photovoltaik zu verwechseln bei der das Sonnenlicht direkt zu Strom umgewandelt wird.

 

Verwendung und Entwicklung

Kleinsolarthermieanlagen werden im Gegensatz zu Photovoltaik und konzentrierter Solarthermie (CSP) fast ausschließlich zur Warmwasseraufbereitung und teilweise zur Gebäudeheizung vor Ort und nicht zur Stromgewinnung genutzt. In den USA werden einfache Formen dieser Anlagen verwendet um den Pool zu beheizen. Diese bestehen aus Plastik da sie das Poolwasser direkt erwärmen und somit keine hohen Prozesstemperaturen entstehen. Im Weiteren wird jedoch nicht näher auf diesen besonderen Typ eingegangen.

Neben der Hauptverwendung der Kleinsolarthermieanlagen zur Heizung gibt es jedoch auch die Möglichkeit diese zur Kühlung von Räumen zu nutzen. Die Nutzung von solarthermisch angetriebenen Kältemaschinen ist eine zukunftsweisende Möglichkeit, um den Strombedarf für die Klimatisierung zu reduzieren. Besonders sinnvoll ist dieser Ansatz da die Kühlbedarf sehr gut mit der Sonneneinstrahlung übereinstimmt. Daher bietet es sich an, die gleiche Anlage im Sommer zur Kühlung und im Winter als Heizung einzusetzen. Details zur solarthermischen Kühlung finden Sie im Artikel des FVEE.

Kleinsolarthermieanlagen können im Vergleich zu CSP-Anlagen auch in Gebieten geringerer direkter Sonneneinstrahlung, das heißt mit höherem Bewölkungsgrad, eingesetzt werden. Die Ursache hierfür ist, dass CSP-Anlagen mit ihrer fokussierenden Spiegeltechnik nur direkte Sonnenstrahlung auf die Absorberfläche bündeln können. Bei den Flachsolarkollektoren hingegen wird die Sonneneinstrahlung gar nicht und bei Vakuumsolarkollektoren nur teilweise fokussiert bevor sie auf die Absorberfläche trifft und dort in Wärme umgewandelt wird. Ein Vorteil ist daher, dass die Flach- und Vakuumkollektoren auch ohne Sonnenstandsnachführung betrieben werden können, ähnlich wie das bei der Photovoltaik der Fall ist. Somit ist der Einsatz für Kleinsolarthermieanlagen auch in zentralen und nördlichen Regionen Europas möglich. Bei CSP-Kraftwerken hingegen ist diese Nachführung essentiell und der hohe Bedarf an direkter Sonnenstrahlung begrenzt deren Einsatz somit auf äquatornahe Wüstenregionen wie die Sahara.

 

Die Wärmegewinnung von Kleinsolarthermieanlagen ist natürlich nichtsdestotrotz stark von der Intensität des eingestrahlten Sonnenlichts abhängig, der so genannten Globalstrahlung. In Abbildung 1 des Photovoltaikartikels ist die Verteilung der jährlichen Sonneneinstrahlungsleistung für Europa dargestellt. Der wichtigste Faktor, damit eine solche Anlage möglichst viel Wärme erzeugt ist die Wahl des richtigen Standorts. Ideal hierfür ist natürlich analog zur Photovoltaik und konzentrierten Solarthermie eine hohe direkte Sonneneinstrahlung durch möglichst äquatornahe Lage und ein durchweg geringer Bewölkungsgrad. Nichtsdestotrotz können Kleinsolarthermieanlagen auch in Deutschland einen wesentlichen Teil zur Warmwasserversorgung und und teilweise auch zur Raumheizung beitragen. Mit einer richtig dimensionierten Anlage können jährlich 50 % bis 65 % des Warmwasserbedarfs gedeckt werden [1]. Im Sommer kann meistens der gesamte Warmwasserbedarf über die Solaranlage bereitgestellt und somit die konventionelle Heizung ganz abgeschalten werden. Eine detaillierte Diskussion der Standortwahl und Solarstrahlungskarten finden sie im Photovoltaikbeitrag unter „Verwendung und Entwicklung“.

Ebenso wie Photovoltaik, CSP und Windenergie ist auch die Energiebereitstellung von Kleinsolarthermieanlagen fluktuierend. Diese ist aufgrund des unterschiedlichen Sonnenstandes sowohl jahreszeitlich als auch von der Tageszeit und der Bewölkung abhängig. Ein großer Vorteil der Solarthermie gegenüber Wind und Photovoltaik ist die Möglichkeit die gewonnene Wärme in Zeiten geringen Bedarfs in Warmwasserspeicher, die direkt mit der Anlage verbunden sind, zwischen zu speichern. Die Dimensionierung dieses Speichers spielt hierbei eine große Rolle um den Anteil der Solarthermie an der Gesamtwärmebereitstellung zu maximieren. Das Volumen eines solchen Warmwasserspeichers sollte etwa das 1,5- bis 2-fache des täglichen Warmwasserverbrauchs im Haushalt umfassen, das heißt für eine Durchschnittsperson 80 bis 100 Liter [2].

 

Wie alle erneuerbaren Energien nahm in den letzten Jahrzehnten auch die Nutzung von Kleinsolarthermieanlagen stark zu, was in der Entwicklung der weltweit jährlich neu installierten Wärmebereitstellung durch Flach- und Vakuumkollektoren in Abbildung 1 deutlich wird. Die meisten Kleinsolarthermieanlagen (64% im Jahr 2006) sind in China in Betrieb, gefolgt von Europa (über 10% in 2006). Im Jahr 2006 waren weltweit 128 Gigawatt thermische Leistung an Kleinsolarthermieanlagen installiert, was einer Kollektorfläche von insgesamt 183 km² (mehr als 13km x 13km) entspricht [3]. Die Entwicklung für Deutschland ist in Abbildung 2 dargestellt. Gut zu erkennen ist die starke Zunahme seit den 90-er Jahren und das seit dem Jahr 2005 konstante Wachstum der Solarthermienutzung. Mehr Informationen über die globale Verteilung der Nutzung von Kleinsolarthermieanlagen finden Sie in der Studie des IEA.

 

 

Technik

Im Gegensatz zu Solarwärmekraftwerken, die durch die fokussierende Spiegeltechnik nur das direkte Sonnenlicht zur Wärmegewinnung nutzen können, trägt bei den Kleinsolarthermieanlagen auch das an Wolken diffus gestreute Licht zur Wärmegewinnung bei. Diese Art von Kollektoren werden fast ausschließlich zum Heizen von Gebäuden und zur Warmwasseraufbereitung genutzt und nicht zur Stromerzeugung wie bei Solarwärmekraftwerken oder Photovoltaikanlagen. Nichtsdestotrotz sind Kleinsolarthermieanlagen in gewisser Weise das Analogon zur Photovoltaik jedoch für die Wärmeerzeugung. Beide nutzen diffuses und direktes Sonnenlicht, Photovoltaikanlagen wandeln dieses Licht direkt in Strom und Solarthermiekollektoren direkt in Wärme um, wobei beide meist als kleinere Anlagen auf dem Gebäudedach montiert werden.

Das Prinzip der Kleinsolarthermieanlagen ist relativ einfach. Das Sonnenlicht wird von einer schwarzen Fläche absorbiert und dabei ein mit der Fläche verbundener Wärmeträger erhitzt. Dieser kann Luft, Wasser oder ein anderes Flüssigkeitsgemisch sein. Der Absorber besteht meist aus Metallstreifen die direkten Kontakt zu den Rohren haben, in denen sich der Wärmeträger befindet und diesen somit aufheizt. Dieser gibt jedoch einen Großteil seiner Wärme an die Umgebung wieder ab. Um diese Verluste zu verringern, sind die effizienteren Absorber mit selektiver Beschichtung anstelle von einfachen schwarzen Solarlacken versehen. Sie vermindert die Emission der langwelligen Wärmestrahlung, lässt jedoch Absorptionsgrade von über 90% der kurzwelligen Solarstrahlung zu.

Grundlegend werden zwei verschiedene Solarkollektorarten angeboten – Flach-oder Plattenkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren:

  • Die Flach-/Plattenkollektoren bestehen aus einer flachen Absorberschicht, eingefasst mit einer transparenten Abdeckung und Gehäuse mit Wärmedämmung. Ein Beispiel mit der dazugehörigen Prinzipskizze ist in Abbildung 3 gezeigt. Die wärmeleitende Absorberschicht ist direkt mit den Rohren verbunden, in denen sich das Wärmeträgermedium befindet. Meist wird dafür ein Wasser-Propylenglykol-Gemisch verwendet, wobei das Propylenglykol einen Frostschutz bis -23 °C und darunter ein Gefrieren ohne Volumenzunahme bietet. Das Solarsicherheitsglas besitzt einen hohen Transmissionsgrad für die kurzwellige Solarstrahlung, jedoch eine geringe Durchlässigkeit für die langwellige Wärmestrahlung die vom Solarkollektor abgegeben wird (verleichbar mit dem Treibhauseffekt). Flachkollektoren zeichnen sich wegen ihrer relativ einfachen Bauart durch ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis aus. Die nutzbare jährliche Wärmemenge, die ein nicht vakuumisolierter Flachkollektor in unseren Breiten liefert, liegt bei ca. 350 kWh/m².

 

  • Die Vakuumröhrenkollektoren, gezeigt in Abbildung 4, bestehen aus zwei konzentrisch ineinander gebauten Glasröhren zwischen denen sich Vakuum befindet wobei das äußere transparent ist und das innere Rohr als Absorber fungiert. Das Vakuum zwischen den Rohren sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlung nahezu ungehindert auf das innere Absorberrohr scheinen kann, jedoch die Wärmestrahlung vom inneren Absorberrohr nach außen stark verringert ist. Im Absorberrohr befindet sich meist als Wärmeträgermedium ein Wasser-Glykol-Gemisch. Vakuumröhrenkollektoren haben durch ihre bessere Isolierung höhere Wirkungsgrade als Flachkollektoren, sind aber typischerweise wegen ihrer aufwendigeren Herstellung teurer in der Anschaffung.

 

Vakuumröhrenkollektoren sind vor allem in China weit verbreitet und weisen dort einen Anteil von 90% auf. In den meisten anderen Ländern werden jedoch überwiegend Flachkollektoren genutzt [3]. Die minimale Betriebsdauer beider Kollektorarten wird mit 20 bis 25 Jahren abgeschätzt und übertrifft somit die von typischen konventionellen Heizkesseln. Nähere Informationen zu den beiden Kollektorarten finden Sie hier.

Neben dem Herzstück des Sonnenkollektors sind für effizient arbeitende Solarthermieanlagen eine Vielzahl anderer Komponenten wichtig, wie Solarregler, Solarkreis- und Ladekreis-Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß, Temperaturfühler und natürlich der Warmwasserspeicher. Eine stark vereinfachte Prinzipskizze des Solarthermiekreislaufes finden Sie in Abbildung 5. Die Wärmeträgerflüssigkeit die im Solarkollektor erwärmt wird zirkuliert zwischen diesem und dem Warmwasserspeicher. Sobald die Temperatur am Kollektor die Temperatur im Speicher um einige Grad (üblicherweise 5°C bis 8°C) übersteigt, schaltet die Regelung die Solarkreis-Umwälzpumpe ein und die Wärmeträgerflüssigkeit transportiert die im Kollektor aufgenommene Wärme in den Warmwasserspeicher. Hierfür werden in der Regel konventionelle Heizungspumpen mit einer elektrischen Leistung von 40 bis 80 Watt verwendet. Auf der Seite von Solarcontact.de wird der prinzipielle Aufbau einer Solarthermieanlage sehr schön mit Hilfe von Animationen erklärt.

In Zeiten geringer Sonneneinstrahlung übernimmt die konventionelle Heizung die Erwärmung des Wassers. Generell wird zwischen Einkreisanlagen, bei denen das Brauchwasser direkt in den Solarkollektoren erwärmt wird, und Zweikreisanlagen, bei denen das Brauchwasser in einem Austauschbehälter von dem Wärmeträgermedium des Primärkreislaufes erwärmt werden. Letztere werden vor allem in Deutschland verwendet, da hier im Solarkreislauf ein Frostschutzmittel hinzugegeben werden muss. Gute Wasserwärmespeicher haben eine schlanke, zylindrische Form, damit sich darin eine gute Temperaturschichtung ausbilden kann. Im oberen Bereich wird dann das aus den Solarkollektoren erwärme Trinkwasser entnommen, so dass nicht der ganze Speicherinhalt auf die gewünschte Temperatur erwärmt werden muß. Für mehr Details zum Aufbau und zur Dimensionierung von Kleinsolarthermieanlagen besuchen Sie einfach die Seite von Solarserver.de.

 

 

Wirtschaftlichkeit

Generell wird oft die Frage gestellt, ob der Einsatz von Kleinsolarthermieanlagen überhaupt wirtschaftlich ist. Diese Frage zu beantworten ist jedoch nicht so einfach wie es oft dargestellt wird, da bei der Betrachtung eine Vielzahl von Faktoren wie Standort, Technik und Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. Die große Bedeutung der Standortwahl wurde schon im oberen Abschnitt diskutiert. Kleinsolarthermieanlagen in sonnenreichen Gebieten, wie zum Beispiel der Sahara, erzeugen im Jahr ein Vielfaches der Wärmemenge die sie in Deutschland liefern. Folglich ist auch die Wirtschaftlichkeit in Deutschland geringer. Allerdings ist der Wärmebedarf in Deutschland höher als in südlicheren Regionen. Neben der Standortwahl muss jedoch auch die angenommene und reale Betriebsdauer der Anlage berücksichtigt werden, da bei erneuerbaren Energien generell vor allem die Investitionskosten zur Errichtung und Herstellung der Anlagen ins Gewicht fallen. Gegenteiliges gilt bei fossilen Energien, bei denen vor allem die Rohstoffkosten den Strompreis vorgeben.

Für verschiedene Städte wie zum Beispiel Berlin, Dresden, Osnabrück gibt es den sogenannten Solaratlas. Dabei handelt es sich um eine Stadtkarte die das Potenzial zur Errichtung von Solaranlagen (Kleinsolarthermieanlagen oder Photovoltaikanlagen) für die einzelnen Gebäude der Stadt zeigt. Dabei sind jährliche Sonneneinstrahlung, Dachneigung und Verschattung eingerechnet. Für nähere Informationen können Sie sich den Solaratlas von Berlin oder den von Dresden anschauen oder fragen bei Ihrer Stadtverwaltung nach ob auch Ihre Stadt etwas ähnliches vor hat oder sogar schon besitzt.

Generell ist die Nutzung von Kleinsolarthermieanlagen vor allem für die Deckung des Warmwasserverbrauchs sinnvoll, da dieser das ganze Jahr über nahezu konstant ist. Somit kann man im Sommer die ganze Warmwasseraufbereitung über die Solarthermieanlage sicher stellen. Für die Raumheizung ist die Solarthermie nur bedingt geeignet, da die Anlagen vor allem in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung (Winter) wenig Wärme produzieren bei denen jedoch der Bedarf zum Heizen hoch ist. Nichtsdestotrotz können größer dimensionierte Solarthermieanlagen auch einen nennenswerten Teil zur Raumheizung liefern, vor allem in Gebäuden mit geringem Wärmebedarf, wie zum Beispiel Passivhäusern. Eine andere Option ist die solare Wärme über Ad-/Absorptionskälteanlagen zur Kühlung von Gebäuden zu nutzen. Diese Verwendung steckt momentan jedoch noch in der Erprobung.

Die richtige Dimensionierung von Solarkollektorfläche und Warmwasserspeicher ist für den wirtschaftlichen Betrieb ausschlaggebend. Laut der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. wird für die Deckung des Wasserverbrauchs einer Durchschnittsperson (50 Liter pro Person und Tag bei 45°C) eine Solarkollektorfläche von 1,2 bis 1,5 m² (optimal ausgerichtet) und ein Warmwasserspeicher mit einem Volumen von 80 bis 100 Litern benötigt (1,5- bis 2-fache des Warmwasserbedarfs) [2]. Für einen 4-Personenhaushalt wird also eine Solarkollektorfläche auf dem Dach von ungefähr 6 m² (3m x 2m) und ein Speichervolumen von circa 0,4 m³ (1m x 1m x 0,4m) benötigt. Die Kosten von Vakuumröhrenkollektoren liegen bei 400 bis 1200€ pro Quadratmeter und bei den einfacheren Flach-/Plattenkollektoren bei 150 bis 1000 € pro m² [9, 10]. Hinzu kommen noch Kosten für den Speicher und andere Anlagenteile, Installations- und Wartungskosten. Die üblichen Gesamtinvestitionskosten einer solchen Kleinsolarthermieanlage für eine 50% Warmwasserversorgung eines 4-Personenhaushalts belaufen sich auf circa 5000 € bis 6000 € [11].

Möchte man auch die Raumheizung teilweise aus Solarwärme decken, so benötigt man typischerweise pro m² Wohnfläche 0,2 m² Solarkollektorfläche und auch das Speichervolumen vergrößert sich bemerkenswert auf mindestens 0,8 m³ bzw. 800 Liter [11]. Bei einer Anlage mit 15 m² Kollektorfläche ergeben sich unter Verwendung von Vakuumröhrenkollektoren Investitionskosten zwischen 11.000 und 13.000 Euro, wobei etwa 60 – 70 % der Kosten auf die Kollektoren entfallen [11]. Die übrigen Kosten entstehen für den Warmwasserspeicher, Rohre und Montagearbeiten.

Wer die Errichtung einer eigenen Solarthermieanlage anstrebt, kann mit Hilfe des Solarthermierechners eine schnelle, angepasste Abschätzung über die Größe, Kosten und den Ertrag der Anlage und gleichzeitig eine Beratung zur Förderung bekommen.

Es gibt eine Vielzahl von Seiten die verschiedene Heizsysteme auf ihre Wirtschaftlichkeit untersuchen. Auf der Seite Energiesparen-im-haushalt.de wird der 20 jährige Betrieb verschiedener Heizungssysteme verglichen. In deren Rechnung ist die Kombination Brennwerttherme mit Solarthermieanlage durch die Investitionskosten in die Solaranlage teurer als die Wärmebereitstellung durch eine alleinige Brennwerttherme. Die Ursache hierfür liegt in den immernoch geringen Energierohstoffpreisen. Der Erdgaspreis liegt bei circa 6 cent/kWh und der Ölpreis bei 0,85€/l (Stand 10/2011) [12]. Auch die Wärmeversorgung über Erdwärmepumpe oder Holzpelletheizung schneiden günstiger ab. Diese Kostenabschätzungen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da keiner die wahre Entwicklung des Erdöl- und des Erdgaspreises voraussagen kann.

 

 

Umwelteinflüsse

Das Hauptargument für die Nutzung von Kleinsolarthermieanlagen zur Warmwasseraufbereitung ist der vergleichsweise geringere Eingriff in die Natur und Umwelt, vor allem aber der wesentlich geringere Treibhausgasausstoß bei der Wärmebereitstellung im Vergleich zur Verbrennung von Erdöl, Erdgas oder Kohle. Jedoch ist auch diese Art der Wärmebereitstellung keineswegs CO2-neutral. Der Grund dafür liegt in dem energetisch aufwendigen Prozess der Herstellung und Errichtung von Kleinsolarthermieanlagen bei denen natürlich auch CO2 frei wird. Aktuell wird der CO2-Ausstoß für derartige Anlagen mit 25 g pro erzeugter thermischer Kilowattstunde angegeben [13]. Das sind weniger als 3% des Treibhausgasausstoßes der bei der Verbrennung von Kohle zur Bereitstellung der gleichen Energiemenge entstünde [14]. Der CO2-Ausstoß pro kWh hängt bei der solaren Energieerzeugung stark von der Betriebsdauer und der Sonneneinstrahlung ab, da bei fast nur am Anfang, d.h. zur Anlagenherstellung, Treibhausgase emittiert werden. In einer Rechnung von Solarcontact.de wird gezeigt, dass sich die Treibhausgasemissionen zur Warmwasserbereitstellung um 60% senken lassen, wenn zur normalen Öl- oder Gas- oder Stromheizung eine Solarthermieanlage genutzt wird.

Die energetische Amortisationszeit bzw. Energierücklaufzeit beträgt schon heute (Stand 2010) nur noch 6 bis 24 Monate für Kleinsolarthermieanlagen in Deutschland (Sonneneinstrahlung 1000 kWh/m²a) und ist stark vom Standort abhändig [1]. Die typische Lebensdauer von Kleinsolarthermieanlagen beträgt 20 bis 25 Jahre, jedoch wird erwartet, dass die Anlagen im Generellen wesentlich länger genutzt werden können. Der Erntefaktor für diese Technologie beträgt zwischen 10 und 40 für eine angenommene Lebensdauer von nur 20 Jahren. Das bedeutet, dass Kleinsolarthermieanlagen bis zu 40 mal so viel Energie in Form von Wärme produzieren wie für ihre Herstellung nötig ist. Die Energiebilanz ist also definitiv auch bei dieser Form der Erneuerbaren Energienutzung sehr positiv.

Oft wird auch als Argument gegen die Solarthermie genannt, dass die Fläche der Gebäude nicht ausreicht um den Wärmebedarf zu decken. Davon abgesehen, dass es nicht sinnvoll wäre mit einer einzigen fluktuierenden Energiequelle den gesamten Wärmebedarf zu decken ist das Flächenpotential auf Gebäuden für Solarthermie mit 234.400 Hektar im Vergleich zu der bis 2008 installierten Solarthermiefläche von 1.100 Hektar verschwindend gering – unter 0,5% [8].

 



Zusammenfassung Kleinsolarthermieanlagen – Pro und Contra

 

Pro

Contra

  • geringer Treibhausgasausstoß von circa 25 g CO2 pro kWh erzeugter Wärme
  • keine endlichen Energierohstoffe nötig wie bei den fossilen Energieträgern und der Kernenergie

  • neben Biomassenutzung und Geothermie eine der wenigen Möglichkeiten aus erneuerbaren Energien Wärme bereitzustellen

  • Energiespeicherung direkt vor Ort in Warmwassertanks möglich um fluktuierende Energiebereitstellung auszugleichen

  • kurze Energierücklaufzeit, ähnlich zur Photovoltaik
  • fluktuierende Wärmeerzeugung aus Solarthermieanlagen, daher wird Energiespeicherung nötig
  • vor allen in Deutschland noch relativ unwirtschaftlich, daher sind noch Förderungen nötig

  • wenig zur Bedarfsdeckung der Raumheizung geeignet, da Wärmeerzeugung durch Solarthermie zum Wärmebedarf konträr läuft

 

Quellen:

[1] http://www.solarserver.de/wissen/basiswissen/solarthermie.html, 2.10.2011

[2] http://www.solarserver.de/wissen/basiswissen/solaranlagen.html, 1.10.2011

[3] http://www.iea-shc.org/publications/downloads/Solar_Heat_Worldwide-2008.pdf, 10.10.2011

[4] BMU, Erneuerbare Energien in Zahlen, 2010 (Link)

[5] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8c/Sonnenkollektor-1.jpg?uselang=de, 26.08.2011

[6] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/f/f7/Sonnenlichtkollektor.png, 26.08.2011

[7] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/e/eb/Vakuumroehrenkollektor_aufbau.png, 26.08.2011

[8] Agentur für Erneuerbare Energien: „Erneuerbare Energien 2020 – Potentialatlas Deutschland“, 2010 (Link)

[9] http://www.solarserver.de/wissen/basiswissen/kollektoren.html, 10.10.2011

[10] http://www.solaranlage.eu/solarthermie/flachkollektor, 11.10.2011

[11] http://www.solaranlage.eu/solarthermie/preise, 17.10.2011

[12] http://www.tecson.de/pheizoel.html, 17.10.2011

[13] Agentur für Erneuerbare Energien, 2010: Treibhausgasemissionen Fossile, Solar, Holz (Link)

[14] Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG): Klimaschutz und Energieversorgung in Deutschland 1990 – 2020, Bad Honnef, 2005


 

Beitrag erstellt von Christoph Schünemann (Oktober 2011)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. April 2012 um 13:31 Uhr  

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