Regenerative Zukunft

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Wirtschaftlichkeit Bioenergie

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Ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sind in der Regel die Brennstoffbereitstellungskosten. Bei Energiepflanzen heißt das die Anzucht, Düngung und Ernte. Da die Kosten nachwachsender Rohstoffe wie Holz und Energiepflanzen derzeit das bis zu 2-fache der Kosten für die meisten Reststoffe liegen, ist die Reststoffverwertung auch aus ökonomischen Gründen sehr sinnvoll [10]. Aus den Brennstoffbereitstellungs- und den Investitionskosten lassen sich die Wärmegestehungskosten ableiten, die für die verschiedenen Biomassearten in Abbildung 9 dargestellt sind. Hierbei wird von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung und einer folgenden Stromvergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgegangen. Vor allem große Anlagen, wie Dampf-Heizkraftwerke und Heizwerke wiesen unter der Verwendung von preiswertem Restholz niedrige Wärmegestehungskosten von 3 bis 5 Cent/kWh auf. Bei einem hohen Eigenleistungsanteil und kostengünstigen Brennstoffquellen, können auch Kleinanlagen niedrigere Wärmegestehungskosten aufweisen als fossile Vergleichsanlagen [10]. Die Kosten von Biogasanlagen hängen sehr stark von der Anlagengröße, der Gasausbeute, dem Stromeigenbedarf, dem externen Wärmebedarf ab. Aus diesem Grund sind hier keine verallgemeinernden Aussagen möglich. Bei vielen landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird die Wirtschaftlichkeit bisher erst mit Entsorgungserlösen oder Investitionszuschüssen erreicht. Deponiegas fällt kontinuierlich und vorhersagbar an. Bei ordnungsgemäßer Auslegung des angeschlossenen Blockheizkraftwerks ist ein wirtschaftlicher Betrieb im Generellen gewährleistet. Hier lohnt es sich, wenn mehrere Bauern eine gemeinsame Biogasanlage mit BHKW bauen.

 

Die Wirtschaftlichkeit von Biokraftstoffen sieht anders aus. Heute können die Herstellungskosten von Biodiesel doppelt so hoch liegen wie die Kosten von konventionellem Diesel [10]. Erst durch eine Mineralöl- und Ökosteuerbefreiung für Biokraftstoffe im Sommer 2002 konnte Biodiesel auf dem Markt gegenüber dem normalen Diesel bestehen. Seit Anfang 2004 sind in Deutschland alle Biokraftstoffe steuerbefreit, so dass auch Bioethanol wirtschaftlich attraktiv ist. Eine ausführliche Betrachtung der Gestehungskosten der verschiedenen Biomassenutzungsketten ist in der Dissertation von Dr. König vom IER zu finden.

 

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Quellenangabe auf der Titelseite des Bioenergieartikels


erstellt im Februar 2012 von Christoph Schünemann

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. April 2012 um 13:09 Uhr  

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