Regenerative Zukunft

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Potenzial Bioenergie

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  • Global:

Der WBGU schätzt den Anteil der Bioenergie im Jahre 2050 bei Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien auf knapp 10% des bis dahin zu erwartenden Primärenergieverbrauchs [13]. Allerdings glaubt er, dass davon nur circa die Hälfte genutzt werden kann, da durch das Bevölkerungswachstum auch der Bedarf an Nahrungsmitteln wächst. Er sieht die Bioenergienutzung nach 2050 wieder rückläufig, da der Nahrungsmittelbedarf weiter steigen wird und andere erneuerbare Energien die Bioenergie ersetzen werden. Die Biomasse wird dann aufgrund der Ressourcenknappheit beim Erdöl zunehmend für die Herstellung petrochemischer Produkte genutzt werden. Die Nutzung von Rest- und Abfallstoffen wird jedoch dauerhaft eine wichtige und sinnvolle Energiequelle bleiben und auch als Regelkraftwerk in Kombination mit den fluktuierenden Energien Wind und Sonne genutzt werden. Das nachhaltig nutzbare Biomassepotenzial aus Abfall- und Reststoffen beträgt weltweit etwa 14 Billionen Kilowattstunden pro Jahr.

  • in Deutschland:

Für Deutschland wird das Potenzial der Bioenergienutzung auf 9% Prozent des Primärenergiebedarfs geschätzt [10]. Abbildung 8 zeigt eine Potenzialabschätzung der Biomassenutzung für Deutschland aufgeteilt auf die verschiedenen Herkunftsarten. Insgesamt beträgt das Potenzial für Deutschland 360 Milliarden Kilowattstunden im Jahr, wobei allein nahezu die Hälfte aus Waldrestholz und Anbau von 2 Millionen Hektar Energiepflanzen stammen [10]. Diese Abschätzung ist jedoch eine sehr optimistische Analyse. So wird in der Studie des BMU das Potenzial zur Holznutzung auf 173 Mrd. kWh/a geschätzt, pro Jahr beträgt der gesamte Holzzuwachs deutscher Wälder jedoch nur 250 Mrd. kWh. Diese Abschätzung stellt folglich die wichtige stoffliche Nutzung von Holz hinter der energetischen Nutzung an, was wenig realistisch ist.
Ein hohes Potenzial weist auch die Nutzung von landwirtschaftlichen Reststoffen als Biogas auf. Über 200.000 Anlagen allein mit Abfällen aus der Landwirtschaft könnten in Deutschland realisiert werden  [10]. Des Weiteren ist die energetische Nutzung von Pflanzen, die extra dafür angebaut werden bedeutsam. Da wir zumindest in Deutschland eine Nahrungsmittelüberproduktion haben, werden die brach liegenden Flächen als  Potenzial zum Energiepflanzenanbau gerechnet. Hierfür wird ein Potenzial von etwa 94 Mrd. kWh Primärenergie pro Jahr gesehen [10]. Auch hier sollten jedoch auch andere Nutzungsformen der frei werdenden Flächen berücksichtigt werden, beispielsweise zur Wiederaufforstung.
Der Potenzialatlas Erneuerbare Energien in Deutschland gibt das energetische Potenzial das jedem Bundesbürger in Deutschland aus Biomasse erhalten könnte an. Es beträgt 500-1000 kWh pro Person im Jahr aus Reststroh, 600-1200 kWh/Person im Jahr aus tierischen Exkrementen, 1500-2000 kWh/Person im Jahr aus Restholz. Im Vergleich: Der deutsche Bundesbürger hat einen jährlichen Primärenergiebedarf von 48.000 kWh.

 

 

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Quellenangabe auf der Titelseite des Bioenergieartikels


erstellt im Februar 2012 von Christoph Schünemann

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. April 2012 um 13:09 Uhr  

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