Regenerative Zukunft

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Hintergrund

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"Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt in tausend Stücke zerbräche, ich würde heute noch einen Baum pflanzen." (Martin Luther)

Die Idee des Aufforstprojektes kam mir Anfang 2011. Das Ziel war es etwas Nachhaltiges zu tun, das greifbar ist und zusätzlich ein Generationen übergreifendes Projekt ist. Nachdem ich mich zu den Möglichkeiten als Privatmann Acker- und Grünlandgrundstücke zu erwerben informiert hatte, begann ich im Sommer 2011 intensiv mit der Suche nach Grundstücken zur Aufforstung in der Größenordnung von circa einem Hektar (10.000 m²). Dies stellte sich jedoch als wesentlich schwieriger heraus als erwartet: Die angefragten Agrargenossenschaften zeigten sich nicht sehr kooperativ, die verschiedenen sächsischen Ämter vertrösteten einen und die meisten Flächen die man ersteigern konnte waren nicht im Umland Dresdens. Daher versuchte ich es mit Annoncen in Zeitungen und Internet was leider auch nicht erfolgreich war. Fazit: Es gibt sicherlich genug Flächen die lukrativ sind, jedoch sind 1. die Eigentümer nur schwer zu finden, 2. die meisten Flächen langfristig verpachtet, 3. die Grundstückspreise für Acker-/Grünland sehr hoch. Glücklicherweise erfuhr ich, dass die BVVG im Auftrag des Bundes provisionsfrei in den ostdeutschen Ländern ehemals volkseigene land- und forstwirtschaftliche Flächen verkauft und verpachtet. Dabei gibt man ein Blindgebot für das Grundstück ab das circa 2 Monate im Internet ausgeschrieben ist. Der dritte Versuch war tatsächlich erfolgreich und so erwarb ich nach einem Jahr Kampf und Geduld ein 1,6 ha großes Grundstück – 1 ha mit bereits bestehendem Mischwald und 0,6 ha mit Grünlandfläche. Das Waldstück ist sehr vielfältig da es sowohl Trockenflächen als auch Moorflächen und eine bunte Mischung an Bäumen enthält (Eichen, Rotbuche, Hainbuche, Kiefer, Erlen). Im Mai 2010 wurde das Grundstück jedoch vom sogenannten Pfingsttornado getroffen. Ein Anteil von 10-30% Schadholz (siehe Impressionen) ist immer noch immer im Wald. Dieser soll teilweise beseitigt werden aber auch teilweise verbleiben um einen urwaldähnlichen Zustand zu erreichen und die Humusbildung und Artenvielfalt zu steigern. Die Grünlandfläche ist nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt, darunter liegt Kies. Die Aufforstungsmaßnahmen begannen im Herbst 2012.

Insgesamt sind die wesentlichen Ziele des Aufforstungsprojektes:

  • Langfristige Verbesserung von Flora und Fauna durch eine artenreiche Aufforstung

  • Bindung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid, vor allem beim Heranwachsen neuer Waldflächen

  • Erholung im Wald und Freude bei Forstarbeiten

  • Einen eigenen kleinen Beitrag für eine ökologische Welt beisteuern

  • Anderen einen Überblick geben wie man ein solches privates Aufforstungsprojekt angehen kann und welche Hürden auftreten

 

 

Notwendige Schritte für ein privates Aufforstungsprojekt::

  • Die größte Hürde ist es ein geeignetes Grundstück zu finden

  • Nach Unterschrift des Kaufvertrages ist die Genehmigung des Erwerbs nach Grundstückverkehrsgesetz ist erteilt worden

  • Vor Beginn der Aufforstung ist eine Erstaufforstungsgenehmigung einzuholen (wird in Sachsen in nahezu allen Fällen erteilt (nach ca.1 Monat) da das Bundesland seinen Waldanteil steigern möchte)

  • Nach Erhalt der Erstaufforstungsgenehmigung mögliche Förderungen des Aufforstungsprojektes überprüfen

  • Forstpflanzen besorgen, entweder aus Samen selber ziehen oder von Baumschulen besorgen. Von ihnen kann man die Aufforstung auch durchführen lassen

  • Welche Bäume für das geeignete Grundstück geeignet ist richtet sich vor allem nach Lichtangebot und Feuchtigkeit. Eine Übersicht dazu ist unter Wissen Wald zusammengestellt.

  • In den meisten Teilen ist auf Grund von hoher Wildpopulation ein Verbissschutz für die jungen Bäume nötig (entweder eine komplette Einzäunung der Aufforstfläche oder ein individueller Schutz der einzelnen Bäume durch Wuchshüllen)

  • Ideale Pflanzzeiten für junge Bäume sind der Herbst oder das Frühjahr

  • Durchforstungen sind nach ein paar Jahren nötig damit die Bäume nicht zu dicht stehen – Kettensägenerfahrung ist also sinnvoll (dazu gibt es Kettensägenkurse)

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 23. November 2012 um 23:29 Uhr  

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